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Geschrieben von: Thomas Waldmeier   
Montag, 11. Januar 2010 um 16:09 Uhr

 

Produktvorstellung - Abu Revo STX-L

 

Multirollen von Abu Garcia gelten seit Jahrzehnten als Synonym für qualitativ hochwertige Verarbeitung und für viele Angler kommt nur eine Abu Rolle auf die Rute. Seit einiger Zeit nun hat Abu einige sogenannte "Low Profile" Baitcaster Rollen im Programm die ausschliesslich zum Spinnfischen entwickelt wurden. Wir möchten hier eine der hochwertigen Baitcaster Rollen in einem Kurztest vorstellen, die Abu Revo STX in der Linkshand Version.

 

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Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf das Äussere der Rolle. Das Gehäuse der Revo besteht fast gänzlich aus Aluminium und wirkt als wäre es aus dem Vollen gefräst. Überhaupt muss man Plastik an der Revo lange suchen denn auch sämtliche Bedienelemente sind aus Metall gefertigt. Einzig die Getriebeabdeckung ist aus einem sehr zähen Kunststoff gefertigt. Leider gibt es hier jedoch gleich den ersten, wenn auch kleinen Kritikpunkt. Die Gehäuseabdeckung ist nicht ganz sauber verarbeitet und weist einige kleine Macken auf die jedoch nur bei ganz genauem Hinsehen auffallen. Trotz des Aluminiums bringt die Revo knappe 250g auf die Waage, sicherlich kein schlechter Wert, die Konkurrenz zeigt jedoch dass es in dieser Preisklasse auch noch etwas leichter gehen kann. Erfreulich ist dass die Einstellräder der Sternbremse sowie auch die Wurf- und Magnetbremse jeweils mit einer Mikrorasterung versehen sind was man selbst bei höherpreisigen Rollen oft vergeblich sucht. Leider besitzt das Einstellrad der Magnetbremse keine Skala was die Reproduzierbarkeit von Einstellungen etwas schwierig macht. Das Getriebe und damit auch die Kurbel der Revo liegen seitlich des Rollenhalters und der sich dadurch ergebende, niedrige Schwerpunkt sorgt für wenig Kippneigung der Rute. Die Kurbelgriffe aus weichem Gummi sind sehr griffig und liegen angenehm in der Hand. Keine Spur mehr von den harten Plastikgriffen älterer Abu Modelle. Beim ersten Dreh an der Kurbel fällt sofort der extrem sanfte Lauf der Rolle auf. Schaltet man die Wurf- und Magnetbremse aus scheint sich die Spule endlos weiter zu drehen.


Als nächstes bespulen wir die Revo mit einer gelben 0,12er Power Pro um die Leistungen der Magnetbremse beim Wurf sowie die Drillbremse mit ihren Carbonbremsscheiben etwas zu testen. Hierzu lösen wir die Sternbremse etwas und beginnen langsam an der Schnur zu ziehen. Die Bremse gibt vollkommen ruckfrei Schnur frei. Voll geschlossen war es nicht mehr möglich auch nur einen Millimeter Schnur von der Spule zu ziehen, auch nicht mit höchstem Kraftaufwand. Mit dieser Bremse sollte man also auch im extremsten Drill die volle Kontrolle über den Fisch behalten. Die Rolle wird nun auf eine Pezon&Michel Specialist Casting montiert um die ersten Würfe zu wagen. Zuerst fällt das ultraflache Profil der Rolle auf. Sie lässt sich wunderbar umgreifen und ist unglaublich klein. Stundenlanges Fischen dürfte damit einfach nur Spass machen.

 

Als Köder wählen wir zunächst einen 21g schweren Stickbait von Rapala. Wie wir das von Baitcastern anderer Hersteller kennen, wählen wir zunächst eine sehr niedrige Einstellung der Magnetbremse, was beim ersten Wurf auch gleich mit einer unlösbaren Perücke quittiert wird. Also die Magnetbremse und auch die Wurfbremse etwas straffer gestellt und siehe da, der Köder erreicht schon eine ordentliche Weite. Da es uns jedoch brennend interessiert wie die Rolle mit leichteren Ködern zurecht kommt, wird nun ein Illex Deka Hamakuru mit 17g montiert. Sofort wird deutlich dass diese Einstellungen für das etwas geringere Ködergewicht zu straff gewählt sind. Bei einem etwas „schärferen“ Setup und dem leichteren Köder ist die Revo jetzt in ihrem Element und der Köder fliegt bis an den Horizont. Jetzt wollen wir es wissen und es kommt ein Spinner mit 8g ans Ende des Vorfachs. Um ein solches Leichtgewicht noch werfen zu können muss man Magnet- sowie auch Wurfbremse fast gänzlich deaktivieren und den Daumen intensiv zum Einsatz bringen. Zudem liegt das Ködergewicht an der unteren Wurfgewichtsgrenze der Rute was das Vorhaben noch etwas schwieriger macht. Doch auch diesen leichten Köder meistert die Revo anstandslos; natürlich fliegt der Köder nun nicht mehr bis zum Horizont, aber der Wurf gelingt und der Köder erreicht eine ordentliche Weite. Sicherlich lässt sich die Wurfweite mit einer feineren Rute noch steigern, aber wir waren schon sehr zufrieden mit den Leistungen der Revo.

 

Fazit: Wie die Revo sich auf lange Sicht schlagen wird bleibt abzuwarten. Was man jedoch jetzt schon sagen kann ist dass sich die Konkurrenz angesichts der Leistungen und vor allem des Preises der schicken Revo warm anziehen muss.

 

Technische Daten:

Typ: Baitcaster-Multirolle
Gewicht: 248g
Schnurkapazität: 145m 0,30mm
Kugellager: 10+1
Übersetzung: 6,4:1
Bremse: Carbon Matrix
Wurfbremse: Lineares Magnetbremssystem
Getriebe: Titan-Nitrid Schneckengetriebe

 

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